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All-on-4 oder All-on-6: Welche Methode passt zu Ihnen?

Wer sich mit festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe: All-on-4 und All-on-6. Beide versorgen einen zahnlosen Kiefer mit einer fest verschraubten Brücke, beide kommen in vielen Fällen ohne aufwendigen Knochenaufbau aus. Die eigentliche Frage lautet selten, welches Konzept grundsätzlich besser ist. Sie lautet: Welches passt zu Ihrem Kiefer, Ihrer Knochenqualität und Ihrer persönlichen Ausgangslage?

Verfasst von dr. Zdenko Trampuš, DDS Medizinisch geprüft von dr. Martin Trampuš Aktualisiert: 17. Juli 2026 11 Min. Lesezeit

Patienten, die über feste Zähne auf Implantaten nachdenken, kommen fast immer mit derselben Frage: Reichen vier Implantate aus, oder sind sechs die sicherere Entscheidung. Die kurze Antwort lautet, dass beide Methoden gut funktionieren, eine höhere Zahl von Implantaten aber nicht automatisch die bessere Lösung bedeutet. Die längere Antwort hängt von der Menge, der Qualität und der Verteilung Ihres Knochens ab, davon, welcher Zahnbogen versorgt wird, und davon, was Sie in den kommenden zehn und mehr Jahren erwarten. Hier erklären wir den Unterschied, ohne in irgendeine Richtung zu übertreiben.

Was die Zahlen 4 und 6 genau bedeuten

Sowohl All-on-4 als auch All-on-6 sind Konzepte, bei denen ein ganzer Zahnbogen, der obere oder der untere, von einigen wenigen strategisch verteilten Implantaten getragen und sofort mit einer festen provisorischen Brücke belastet wird. Bei All-on-4 werden vier Implantate gesetzt, meist zwei gerade im vorderen und zwei geneigte im hinteren Bereich, wodurch sich wichtige anatomische Strukturen wie Nerven oder Kieferhöhlen umgehen und der noch vorhandene Knochen maximal nutzen lässt. All-on-6 fügt zwei Implantate hinzu, üblicherweise im Seitenzahnbereich, sodass die Belastung auf mehr Stützpunkte verteilt wird.

Die Logik hinter den beiden zusätzlichen Implantaten ist einfach: Mehr Stützpunkte können eine bessere Verteilung der Kräfte auf die Implantate und auf die prothetische Konstruktion bedeuten. Das heißt aber nicht automatisch, dass sechs immer besser sind. Die Wahl hängt davon ab, ob Ihr Knochen Platz und Voraussetzungen für sechs strategisch verteilte Implantate mit guter Primärstabilität bietet.

Implantatüberleben: die Ergebnisse sind sehr ähnlich

Wenn Sie nur darauf schauen, ob die Implantate im Knochen verbleiben, ist der Unterschied zwischen vier und sechs kleiner, als die meisten Patienten erwarten. In einer fünfjährigen multizentrischen randomisierten Untersuchung des Oberkiefers lag das Implantatüberleben bei 100 Prozent in der Gruppe mit vier und bei 99,3 Prozent in der Gruppe mit sechs Implantaten, bei nur einem frühen Verlust.1 Eine große retrospektive Analyse an 943 Patienten und fast 6.000 Implantaten ergab ein ähnliches Bild: Nach fünf Jahren lag das Überleben bei 98,4 Prozent für vier und bei 98,7 Prozent für sechs Implantate, ohne statistisch signifikanten Unterschied.2

Das Konzept All-on-4 selbst hat auch auf längere Sicht eine solide Grundlage. Eine systematische Übersicht über 24 Studien mit mehr als 11.000 Implantaten berichtete über ein Überleben von mehr als 99 Prozent in einem kürzeren Zeitraum und über eine Erfolgsquote von rund 94,8 Prozent nach zehn Jahren.3 Das sind Zahlen, auf denen sich eine dauerhafte Lösung aufbauen lässt.

Wo sich die Methoden dennoch unterscheiden

Der Unterschied zeigt sich, wenn wir tiefer blicken als nur auf das Verbleiben der Implantate. Eine Metaanalyse zum Oberkiefer fand keinen signifikanten Unterschied beim Überleben der Implantate oder der prothetischen Versorgung, verzeichnete aber einen signifikant höheren Verlust an Randknochen bei Versorgungen mit vier Implantaten.4 Die Autoren schließen daraus, dass eine höhere Zahl von Implantaten die Belastung des Knochens und die Zahl der Komplikationen verringern kann.

Interessant ist auch das Muster auf der technischen Seite. In der erwähnten fünfjährigen randomisierten Untersuchung traten technische Komplikationen, etwa Schraubenlockerungen oder Brüche an der provisorischen Brücke, häufiger in der Gruppe mit vier Implantaten auf (16,6 gegenüber 0 Prozent), während der Unterschied beim Knochenverlust klinisch vernachlässigbar blieb.1

Die Botschaft lautet nicht, dass die eine Methode besser ist als die andere. Zusätzliche Implantate können eine biomechanische Reserve und eine bessere Lastverteilung bringen, aber nur dann, wenn wir sie strategisch verteilen und eine hochwertige knöcherne Verankerung erreichen können. Vier gut positionierte Implantate können deshalb die bessere Lösung sein als sechs Implantate, die an biomechanisch ungünstigeren Stellen gesetzt werden.

Entscheidend ist daher nicht allein die Zahl der Implantate, sondern die individuelle Anatomie des Patienten, das Wissen und die Erfahrung des Implantologen, eine hochwertige und vollständige Diagnostik, eine präzise Therapieplanung sowie eine ebenso präzise chirurgische Umsetzung.

Wann wir in der Regel All-on-4 vorschlagen

All-on-4 ist eine häufige Wahl im Unterkiefer, wo der Knochen in der Regel dichter ist und oft eine gute Primärstabilität der Implantate ermöglicht. Wir wenden es auch dann an, wenn die Anatomie und die Verteilung des verbliebenen Knochens es zulassen, dass vier strategisch gesetzte Implantate eine stabile und biomechanisch günstige Grundlage für den gesamten festen Zahnbogen bilden.

Die geneigten hinteren Implantate ermöglichen es dabei, den vorhandenen Knochen maximal auszunutzen, wichtige anatomische Strukturen zu umgehen und den hinteren Stützpunkt so weit wie möglich nach hinten zu verlagern. Damit lassen sich in ausgewählten Fällen zusätzliche Eingriffe zum Knochenaufbau vermeiden, im Oberkiefer auch das Anheben des Kieferhöhlenbodens.

Wenn vier richtig verteilte Implantate alles bieten, was für eine sichere und langfristig stabile festsitzende Lösung nötig ist, ergibt das Setzen zusätzlicher Implantate allein um der höheren Zahl willen keinen Sinn. All-on-4 eröffnet vielen Patienten so den Weg zu festen Zähnen ohne langwierige Vorbereitung und ohne Knochenaufbau.

Wann All-on-6 im Vorteil ist

Sechs Implantate ziehen wir vor allem dann in Betracht, wenn die Anatomie und der verfügbare Knochen es zulassen, dass die beiden zusätzlichen Implantate strategisch gesetzt und biomechanisch nützlich sind. Das kann besonders im Oberkiefer wichtig sein, wo der Knochen häufig eine geringere Dichte hat. Zusätzliche Stützpunkte können dann eine bessere Lastverteilung ermöglichen und eine zusätzliche biomechanische Reserve bieten.

All-on-6 kann auch bei Patienten mit ausgeprägtem Zähneknirschen, also mit Bruxismus, im Vorteil sein, ebenso in anderen Situationen, in denen wir einschätzen, dass zusätzliche Stützpunkte langfristig biomechanisch nützlich sein werden. Die Voraussetzung ist immer dieselbe: Es muss genügend hochwertiger Knochen und eine passende Verteilung für das Setzen von sechs Implantaten mit guter Primärstabilität vorhanden sein.

Ein schlecht positioniertes fünftes oder sechstes Implantat bringt keinen Vorteil, nur weil es die Gesamtzahl erhöht. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Implantate zu setzen, sondern eine ausreichende Zahl von Implantaten an den richtigen Stellen.

Was, wenn der Knochen nicht einmal für vier reicht

Es gibt Patienten, bei denen selbst vier Standardimplantate eine Herausforderung sind, meist wegen eines stark resorbierten Oberkiefers. Für sie ist die klassische Einteilung in 4 und 6 oft gar nicht das eigentliche Thema. In solchen Fällen wenden wir in Ortoimplant DENTAL SPA selten verfügbare fortgeschrittene implantologische Techniken an, etwa zygomatische (Zygoma), pterygoidale, transnasale und transsinusale Implantate.

Diese Techniken erlauben es uns, je nach individueller 3D-Anatomie des Patienten andere sichere Zonen für die knöcherne Verankerung zu finden und den vorhandenen Knochen maximal zu nutzen, statt die Therapie zwangsläufig auf umfangreiche Verfahren zu seinem Aufbau zu stützen.

Bei einem stark resorbierten Unterkiefer sind die Möglichkeiten andere. Je nach verfügbarem Knochen und Lage des unteren Alveolarnervs können kurze oder ultrakurze Implantate eine Lösung sein, während Dr. Zdenko Trampuš in besonders anspruchsvollen Fällen auch die Lateralisierung beziehungsweise Transposition (Verlagerung) des unteren Alveolarnervs durchführt, ausgesprochen anspruchsvolle chirurgische Techniken, mit denen bei sorgfältig ausgewählten Patienten das Setzen von Implantaten im hinteren Bereich des Unterkiefers möglich wird.

Der Grundsatz, an dem wir uns dabei orientieren, lautet, dass es keinen Patienten gibt, dem sich keine Lösung anbieten lässt. Wenn Standardimplantate nicht möglich sind, fragen wir nicht nur, ob genügend Knochen für ein klassisches All-on-4 oder All-on-6 vorhanden ist. Die Frage lautet, wo in der individuellen Anatomie des Patienten eine sichere knöcherne Verankerung für eine langfristig stabile festsitzende Lösung liegt.

Wie wir die Entscheidung treffen

Die Zahl der Implantate wählen wir weder im Voraus noch nach Preisliste. Bei der ersten Untersuchung, die bei uns kostenlos ist, führen wir eine klinische Untersuchung und eine vollständige digitale Röntgendiagnostik durch, einschließlich 2D-Orthopantomogramm und 3D-CBCT, und planen die Position jedes einzelnen Implantats digital, bevor wir mit dem Eingriff beginnen. Erst wenn wir das tatsächliche Volumen, die Qualität und die dreidimensionale Anatomie des Knochens sowie das Verhältnis zu wichtigen anatomischen Strukturen sehen, können wir beurteilen, ob vier Implantate völlig ausreichen oder ob sechs einen echten biomechanischen Vorteil bringen.

Dabei planen wir nicht nur, wo wir Implantate setzen können, sondern wo wir sie setzen müssen, damit die künftige festsitzende prothetische Versorgung eine optimale Abstützung und Kraftverteilung erhält. Dr. Zdenko Trampuš sagt dazu: „Wir planen die Operation nach den Zähnen und nicht die Zähne nach den Implantaten.“

Für Patienten mit ausgeprägter Angst, mit Zahnbehandlungsangst oder mit Zahnarztphobie steht die Analgosedierung zur Verfügung, während wir die potenzierte intravenöse Analgosedierung bei umfangreicheren implantologischen und oralchirurgischen Eingriffen protokollgemäß anwenden Analgosedierung. Mit DENTAL SPA Behandlungen unterstützen wir den Organismus zusätzlich vor, während und nach dem Eingriff und schaffen günstigere Bedingungen für die Heilung und eine angenehmere Erholung DENTAL SPA.

Das Ziel ist immer dasselbe: langfristig stabile feste Zähne und nicht die größtmögliche Zahl von Implantaten.

Häufig gestellte Fragen

Ist All-on-6 sicherer als All-on-4?

Wenn Sie nur darauf schauen, ob die Implantate im Knochen bleiben, ist der Unterschied geringer, als die meisten Patienten erwarten. In einer fünfjährigen multizentrischen randomisierten Studie am Oberkiefer lag das Überleben bei 100 Prozent in der Gruppe mit vier und bei 99,3 Prozent in der Gruppe mit sechs Implantaten. Eine große retrospektive Analyse an 943 Patienten ergab ein ähnliches Bild: nach fünf Jahren 98,4 Prozent für vier und 98,7 Prozent für sechs Implantate, ohne statistisch signifikanten Unterschied.

Worin besteht der Unterschied zwischen All-on-4 und All-on-6?

Bei All-on-4 werden vier Implantate gesetzt: zwei gerade vorne und zwei geneigte hinten, wodurch anatomische Strukturen wie die Kieferhöhle oder der Nerv umgangen und der noch vorhandene Knochen genutzt wird. All-on-6 fügt zwei Implantate hinzu, meist im Seitenzahnbereich, sodass die Belastung auf mehr Stützpunkte verteilt wird. Mehr Auflagepunkte bedeuten weniger Kraft je Implantat und je Schraube der Prothetik.

Wann ist All-on-4 besser und wann All-on-6?

All-on-4 ist eine häufige Wahl im Unterkiefer, der dichter ist und meist eine ausgezeichnete Primärstabilität liefert, sowie bei Patienten, deren hinterer Knochen zurückgegangen ist, sodass geneigte Implantate das Problem ohne Knochenaufbau oder Sinuslift lösen. All-on-6 kommt vor allem im Oberkiefer in Betracht, wo der Knochen weicher und die Kaukräfte größer sind, sowie bei Patienten mit ausgeprägtem Zähneknirschen. Die Bedingung bleibt immer dieselbe: Es muss genug Knochen vorhanden sein, damit diese sechs Implantate echte Stabilität bekommen.

Geht bei All-on-4 mehr Knochen verloren als bei All-on-6?

Eine Metaanalyse zum Oberkiefer fand keinen signifikanten Unterschied beim Überleben der Implantate oder der Prothetik, verzeichnete aber einen signifikant höheren Verlust an Randknochen bei der Lösung mit vier Implantaten. Auf der technischen Seite ist das Muster umgekehrt: In der fünfjährigen randomisierten Studie waren technische Komplikationen wie das Lockern von Schrauben in der Gruppe mit vier Implantaten häufiger (16,6 gegenüber 0 Prozent), während der Unterschied beim Knochenverlust klinisch vernachlässigbar blieb.

Was kostet All-on-4 und was All-on-6?

Weniger Implantate bedeuten einen weniger umfangreichen Eingriff und in der Regel einen niedrigeren Preis, weshalb All-on-6 die größere Investition ist. Die Anzahl der Implantate wählen wir weder im Voraus noch nach Preisliste: Erst wenn wir auf der CBCT Aufnahme das tatsächliche Volumen und die Dichte des Knochens sehen, sagen wir, ob vier völlig ausreichen oder ob wir sechs empfehlen. Die erste Untersuchung ist kostenlos.

Quellen und Literatur

  1. Toia M, et al. Fixed Full-Arch Maxillary Prostheses Supported by Four Versus Six Implants: 5-Year Results of a Multicenter Randomized Clinical Trial. Clinical Oral Implants Research. 2025. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39581887/
  2. Caramês JMM, Francisco HCO, Vieira FA, Caramês GB, Martins JNDR, Marques DNDS. Four vs. Six Implant Full-Arch Restorations: A Direct Comparative Retrospective Analysis in a Large Controlled Treatment Cohort. Journal of Clinical Medicine. 2025;14(12):4237. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12194759/
  3. Soto-Penaloza D, Zaragozí-Alonso R, Peñarrocha-Diago M, Peñarrocha-Diago M. The all-on-four treatment concept: Systematic review. Journal of Clinical and Experimental Dentistry. 2017. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5347302/
  4. Sharaf MA, Wang S, Mashrah MA, Xu Y, Haider O, He F. Outcomes that may affect implant and prosthesis survival and complications in maxillary fixed prosthesis supported by four or six implants: A systematic review and meta-analysis. Heliyon. 2024;10(2):e24365. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2405844024003967
Die genannten Werte sind Durchschnittswerte aus der Fachliteratur und stellen keine Garantie für das Ergebnis bei einem einzelnen Patienten dar. Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine klinische Untersuchung.
Medizinisch geprüft von: dr. Martin Trampuš
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