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Implantate ohne Knochen

Zahnimplantate ohne Knochen: Zygoma-, Pterygoid- und subperiostale Implantate

Viele Patienten hören über Jahre denselben Satz: für ein festsitzendes Implantat sei zu wenig Knochen vorhanden. Der Oberkiefer baut sich nach Zahnverlust ab, die Kieferhöhle dehnt sich nach unten aus, und irgendwann bleibt für ein klassisches Implantat kaum noch tragfähiges Gewebe. Das bedeutet aber nicht, dass festsitzende Zähne unmöglich sind. Es gibt eine Gruppe von Verfahren, die den fehlenden Kieferknochen umgeht und die Verankerung in andere, stabile Knochenregionen des Gesichtsschädels verlagert.

Verfasst von dr. Zdenko Trampuš, DDS Medizinisch geprüft von dr. Martin Trampuš Aktualisiert: 17. Juli 2026 9 Min. Lesezeit

Viele Patienten hören über Jahre denselben Satz: für ein festsitzendes Implantat sei zu wenig Knochen vorhanden. Der Oberkiefer baut sich nach Zahnverlust ab, die Kieferhöhle dehnt sich nach unten aus, und irgendwann bleibt für ein klassisches Implantat kaum noch tragfähiges Gewebe. Das bedeutet aber nicht, dass festsitzende Zähne unmöglich sind. Es gibt eine Gruppe von Verfahren, die den fehlenden Kieferknochen umgeht und die Verankerung in andere, stabile Knochenregionen des Gesichtsschädels verlagert.

Bei Ortoimplant DENTAL SPA in Zagreb bildet genau diese Nische unseren Schwerpunkt. Zygoma-Implantate, Pterygoid-Implantate und moderne subperiostale Implantate erlauben Versorgungen dort, wo herkömmliche Augmentation an ihre Grenzen stößt. Dieser Überblicksartikel erklärt, worin sich die drei Ansätze unterscheiden, was die wissenschaftliche Datenlage zu ihrer Zuverlässigkeit sagt und für wen sie infrage kommen. Die einzelnen Techniken behandeln wir in weiterführenden Beiträgen ausführlicher.

Warum fehlt der Knochen überhaupt?

Knochen reagiert auf Belastung. Fehlt die Kaukraft eines Zahns, zieht sich der ihn umgebende Kieferkamm zurück. Im hinteren Oberkiefer kommt ein zweiter Faktor hinzu: die Kieferhöhle. Nach dem Verlust der Seitenzähne sinkt der Boden der Kieferhöhle ab, und die verbleibende Knochenhöhe schrumpft mitunter auf wenige Millimeter. Parodontitis, langes Tragen einer Vollprothese oder eine Tumoroperation können den Abbau zusätzlich beschleunigen.

Der klassische Weg besteht darin, den Knochen wieder aufzubauen, etwa durch einen Sinuslift oder eine Knochentransplantation. Das funktioniert häufig gut, verlängert die Behandlung aber um Monate und setzt eine gewisse biologische Ausgangslage voraus. Reicht selbst dafür die Substanz nicht, oder möchte ein Patient den zusätzlichen Eingriff vermeiden, kommen die knochenumgehenden Verfahren ins Spiel. Ihr gemeinsames Prinzip: Sie suchen tragfähigen Knochen dort, wo er trotz Atrophie erhalten bleibt.

Zygoma-Implantate: Verankerung im Jochbein

Zygoma-Implantate sind deutlich länger als Standardimplantate und reichen vom Oberkiefer bis in das Jochbein, den kräftigen Knochen unterhalb des Auges. Dieser Knochen bleibt auch bei ausgeprägtem Schwund des Oberkiefers stabil. Ein oder zwei solcher Implantate pro Seite, oft kombiniert mit zwei herkömmlichen Implantaten im Frontbereich, tragen eine festsitzende Brücke über den gesamten Oberkiefer.

Der Eingriff ist anspruchsvoll und verlangt genaue dreidimensionale Planung, weil die Implantate an der Kieferhöhle und wichtigen anatomischen Strukturen vorbeigeführt werden. Dafür entfällt in vielen Fällen der Knochenaufbau, und häufig lässt sich noch am selben Tag eine provisorische feste Versorgung eingliedern.

Die Langzeitdaten sind belastbar. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von Roper und Kollegen (2023) wertete 18 Studien mit 1.349 Zygoma-Implantaten bei 623 Patienten aus und ermittelte eine mittlere Überlebensrate von 96,2 Prozent bei einer durchschnittlichen Beobachtung von gut sechs Jahren.1 Interessant ist der Vergleich mit Standardimplantaten: Eine Metaanalyse von Lorusso und Kollegen (2021) fand zwischen Zygoma-Implantaten und regulären Oberkieferimplantaten keine bedeutsam unterschiedlichen Überlebensraten, beide bewegten sich überwiegend im Bereich von rund 94 bis 100 Prozent.2

Die häufigste relevante Komplikation ist eine Entzündung der Kieferhöhle. Roper und Kollegen berichteten über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Sinusitis-Häufigkeit von etwa 14 Prozent.1 Das unterstreicht, warum saubere Planung, Erfahrung und regelmäßige Nachsorge bei dieser Technik so wichtig sind.

Pterygoid-Implantate: der Weg in die hintere Säule

Pterygoid-Implantate nutzen eine andere stabile Region, den Übergang zwischen dem hinteren Oberkiefer und dem Flügelfortsatz des Keilbeins, tief hinten im Schädel. Sie werden schräg nach hinten oben gesetzt und finden dort dichten Knochen, selbst wenn der eigentliche Kieferkamm längst abgebaut ist. Der praktische Vorteil: Sie stützen das hintere Ende einer Brücke, sodass die Kaufläche bis in den Backenzahnbereich reicht, ohne dass ein Sinuslift nötig wird.

Oft werden Pterygoid-Implantate mit Implantaten im Frontbereich zu einer festsitzenden Versorgung verblockt. Genau diese Verblockung scheint für ihre Langlebigkeit eine Rolle zu spielen.

Eine aktuelle systematische Übersicht von Raouf und Chrcanovic (2024) fasste eine sehr große Datenmenge zusammen: 3.053 Pterygoid-Implantate bei 1.973 Patienten, mit einer kumulativen Überlebensrate von 92,5 Prozent über zehn Jahre.3 Die Autoren stellten außerdem fest, dass verblockte Implantate besser abschnitten als einzeln stehende und dass die meisten Verluste im ersten Jahr auftraten.3 Für ein Verfahren, das den anatomisch schwierigsten Bereich des Oberkiefers versorgt, ist das ein solides Ergebnis.

Subperiostale Implantate: ein altes Konzept, neu gedacht

Subperiostale Implantate liegen nicht im Knochen, sondern als individuell angefertigtes Gerüst auf dem Kieferknochen, direkt unter der Knochenhaut. Aus diesem Gerüst ragen kleine Pfosten durch das Zahnfleisch, die den Zahnersatz tragen. Das Konzept stammt aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und war lange verlassen, weil die damals von Hand angepassten Gerüste oft schlecht saßen.

Die digitale Technik hat das geändert. Aus einer CBCT-Aufnahme wird heute ein exakt an die Knochenoberfläche angepasstes Gerüst konstruiert und im 3D-Druckverfahren aus Titan gefertigt. Damit rückt die Methode für stark atrophierte Kiefer wieder in den Blick, besonders dort, wo weder Knochenaufbau noch andere Verankerungen praktikabel sind.

Die Datenlage ist jünger und kürzer als bei den beiden anderen Verfahren. Eine systematische Übersicht von Anitua und Kollegen (2024) wertete 13 Studien mit 227 modernen, additiv gefertigten subperiostalen Implantaten aus. Nach durchschnittlich gut 21 Monaten waren 97,8 Prozent noch in Funktion.4 Die Autoren wiesen aber auf eine relevante Einschränkung hin: Bei rund einem Viertel der Fälle kam es zu einer teilweisen Freilegung des Gerüsts durch das Zahnfleisch, und einige Patienten entwickelten Weichgewebsentzündungen.4 Kurzfristig überzeugt das Überleben, die Weichgewebsstabilität über längere Zeiträume muss die Forschung noch klären.

Welches Verfahren für wen?

Es gibt kein universell bestes Verfahren, sondern eine Zuordnung nach Ausgangslage. Grob lässt sich sagen:

  • Ausgedehnter Schwund im gesamten Oberkiefer: Zygoma-Implantate, teils in Kombination mit Frontimplantaten, tragen eine feste Brücke ohne Knochenaufbau.
  • Fehlender Halt im hinteren Oberkiefer: Pterygoid-Implantate verlängern die Abstützung nach hinten und ersparen einen Sinuslift.
  • Sehr stark abgebauter Kiefer ohne Option für die anderen Verfahren: ein modernes subperiostales Implantat kann eine Lösung sein, wenn man die kürzere Datenbasis kennt.

In der Praxis werden diese Ansätze oft mit Sofortversorgungskonzepten wie All-on-4 oder All-on-6 verbunden, sodass viele Patienten den Behandlungstag mit festen provisorischen Zähnen verlassen. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der Knochensituation, dem Zustand der Kieferhöhle, allgemeinen Gesundheitsfaktoren und den Erwartungen des Patienten ab.

Wie wir bei Ortoimplant vorgehen

Jede dieser Techniken beginnt bei uns mit einer dreidimensionalen Bildgebung und einer geführten, digital geplanten Umsetzung. So lässt sich vor dem Eingriff festlegen, wo tragfähiger Knochen liegt und wie die Implantate an empfindlichen Strukturen vorbeigeführt werden. Dr. Zdenko Trampuš gehört zu den Pionieren der Implantologie in der Region und arbeitet seit drei Jahrzehnten mit diesen anspruchsvollen Fällen; unser Team, zu dem auch dr. Martin Trampuš zählt, führt die Versorgungen gemeinsam durch.

Der erste Schritt ist unkompliziert. Der erste Untersuchungstermin ist bei uns kostenlos, und in diesem Gespräch klären wir, ob und welches der hier beschriebenen Verfahren für Ihre Situation überhaupt sinnvoll ist. Unser Anspruch bleibt dabei nüchtern: realistische Aufklärung statt Versprechen, gestützt auf Planung und Erfahrung.

Häufige Fragen

Ich habe seit Jahren zu wenig Knochen für Implantate. Sind feste Zähne für mich überhaupt noch möglich?

In vielen Fällen ja. Verfahren wie Zygoma-, Pterygoid- und moderne subperiostale Implantate umgehen den fehlenden Kieferknochen und verankern die Versorgung in stabilen Knochenregionen des Gesichtsschädels, die auch bei starkem Abbau erhalten bleiben. Ob und welches Verfahren für Sie sinnvoll ist, klären wir in einem ersten, bei uns kostenlosen Untersuchungstermin anhand einer dreidimensionalen Bildgebung.

Muss bei diesen Verfahren zwingend Knochen aufgebaut werden?

Der Vorteil dieser Techniken liegt gerade darin, dass ein Knochenaufbau in vielen Fällen entfällt. Zygoma-Implantate nutzen das Jochbein, Pterygoid-Implantate den dichten Knochen im hinteren Schädelbereich, und subperiostale Gerüste liegen dem vorhandenen Knochen auf. Damit ersparen sie oft einen Sinuslift oder eine Knochentransplantation und verkürzen die Behandlung um Monate.

Wie zuverlässig sind Zygoma-Implantate auf lange Sicht?

Die Langzeitdaten sind belastbar. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 2023 ermittelte bei über 1.300 Zygoma-Implantaten eine mittlere Überlebensrate von rund 96 Prozent bei einer durchschnittlichen Beobachtung von gut sechs Jahren. Vergleichende Auswertungen fanden zudem keine bedeutsam schlechteren Überlebensraten gegenüber regulären Oberkieferimplantaten.

Bekomme ich am selben Tag feste Zähne?

Häufig ja. In vielen Fällen lässt sich noch am Tag des Eingriffs eine provisorische feste Versorgung eingliedern, oft in Verbindung mit Sofortversorgungskonzepten wie All-on-4 oder All-on-6. Ob eine Sofortversorgung möglich ist, hängt von der individuellen Knochensituation und der Stabilität der gesetzten Implantate ab.

Welche Komplikationen können auftreten?

Bei Zygoma-Implantaten ist die häufigste relevante Komplikation eine Entzündung der Kieferhöhle; über fünf Jahre wurde eine Sinusitis-Häufigkeit von etwa 14 Prozent berichtet. Bei modernen subperiostalen Implantaten kam es in Studien bei etwa einem Viertel der Fälle zu einer teilweisen Freilegung des Gerüsts durch das Zahnfleisch. Sorgfältige digitale Planung, Erfahrung und regelmäßige Nachsorge sind deshalb entscheidend, um Risiken gering zu halten.

Sind subperiostale Implantate genauso gut erforscht wie die anderen Verfahren?

Die Datenlage ist hier jünger und kürzer. Eine systematische Übersicht von 2024 zeigte nach durchschnittlich gut 21 Monaten ein Überleben von rund 98 Prozent, wies aber auf offene Fragen zur Weichgewebsstabilität über längere Zeiträume hin. Kurzfristig überzeugt das Verfahren, weshalb wir es vor allem dann in Betracht ziehen, wenn die anderen Optionen nicht praktikabel sind und der Patient die kürzere Datenbasis kennt.

Quellen und Literatur

  1. Roper MB, Vissink A, Dudding T, et al. Long-term treatment outcomes with zygomatic implants: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Implant Dentistry. 2023;9:21. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10322814/
  2. Lorusso F, Conte R, Inchingolo F, Festa F, Scarano A. Survival Rate of Zygomatic Implants for Fixed Oral Maxillary Rehabilitations: A Systematic Review and Meta-Analysis Comparing Outcomes between Zygomatic and Regular Implants. Dentistry Journal (Basel). 2021;9(4):38. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8065623/
  3. Raouf K, Chrcanovic BR. Clinical Outcomes of Pterygoid and Maxillary Tuberosity Implants: A Systematic Review. Journal of Clinical Medicine. 2024;13(15):4544. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11312960/
  4. Anitua E, Eguia A, Staudigl C, Alkhraisat MH. Clinical performance of additively manufactured subperiosteal implants: a systematic review. International Journal of Implant Dentistry. 2024;10:4. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10844163/
Die genannten Werte sind Durchschnittswerte aus der Fachliteratur und keine Garantie für das Ergebnis im Einzelfall. Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine klinische Untersuchung.
Medizinisch geprüft von: dr. Martin Trampuš
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